Präsident Putin hat der Europäischen Union in einem netten Artikel zum 50. Geburtstag gratuliert, und mit vielem hat er absolut recht. Interessanter ist aber das, was er nicht sagt:
Kein Wort über die historische Rolle der Sowjetunion bei der Teilung des Kontinents, kein Wort über europäische Werte in Russland und kein Wort über die USA. Dagegen wird die europäische Integration „als Teil der Entstehung einer multipolaren Weltordnung“ gepriesen. Geübte Augen des russischen Diskurses erkennen darin sofort die russischen Bemühungen, die – unzweifelhaft schwieriger gewordene – transatlantische Partnerschaft zwischen den USA und der Europäischen Union zu spalten. Der wie auch immer gemeinte Kampf gegen ein „unipolare Weltordnung“ trägt in Russland klar anti-amerikanische Züge.
Europäer und Russen verfügen fraglos über eine hohe Dichte gemeinsamer Interessen, weshalb eine gute Zusammenarbeit in den von Putin erwähnten Fragen wichtig ist. Deshalb müssen die Europäer den Russen dabei auch entgegenkommen. Das gilt jedoch nicht für die gemeinsamen Werte wie Menschenrechte, Rechtsstaat und Demokratie. Hier muss Russland nicht nur der europäischen Entwicklung „entgegenkommen“, hierbei muss Russland zur europäischen Entwicklung aufschließen.
Wo er Recht hat…
Die europäische Idee von Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, Wertegemeinschaft hat eine starke Ausstrahlung.
Russland war immer ein europäisches Land, das, und Putins Rede zeigt es, sich diesen Werten und dieser Kultur verpflichtet fühlt. Seine Rede zeigt die Basis für eine gemeinsame Politik.
Ich weis gar nicht warum man da die USA hineinziehen muss.
Außerdem tut Europa schlecht daran am Rockzipfel der USA zu hängen.