Die Kreml-Elite will ohne jegliche Beteiligung durch die außerparlamentarische Opposition und ohne kritische Nachfragen des Westens die Nachfolgefrage unter sich ausmachen. Dazu müssen in den Augen der russischen Öffentlichkeit alle Putin-Kritiker und die kritische Außenwelt verunglimpft werden – als vermeintliche Aggressoren oder politische Extremisten. Eine autistische Gesellschaft, die sich durch die Außenwelt bedroht und verkannt fühlt, ist für alternative Sichtweisen nicht zu erreichen und leichter zu lenken. Weiter
Archiv für April 2007
Der Liberalismus hat bis heute als politische Idee in Russland nicht richtig Fuß fassen können – dieser Befund ist unstrittig, auch wenn paradoxerweise Präsident Putin einige liberale Wirtschaftsreformen umgesetzt hat. Doch woran liegt die Schwäche des politischen Liberalismus in Russland: an der historischen Entwicklung Russlands seit der frühslawischen Zeit oder den konkreten Politikern nach dem Zerfall der Sowjetunion? Eine intelligente Antwort gibt Michael McFaul in „The American Interest“ (März-April 2007) unter der Überschrift „Ein Liberaler ist der, der liberal handelt“.
Durch den Zerfall der Sowjetunion sind die formalen Grenzen zwischen den Unionsrepubliken zu offiziellen Staatsgrenzen geworden. Diese neue Situation betraf vor allem Russland, das eine Vielzahl an neuen Grenzen erhielt. Wie das Leben in diesen Grenzregionen 15 Jahre nach der Auflösung der Sowjetunion aussieht, zeigen sehr gute Reportagen der Zeitschrift Ekspert – beispielsweise aus der Grenzregion Astrachan am Kaspischen Meer oder von der estnisch-russischen Grenzregion.